publiziert: 17.02.2017 15:40 Uhr
aktualisiert: 17.02.2017 15:42 Uhr
» zur Übersicht Brennpunkte
    
    
Artikel
 
Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text Islamabad (dpa)

Dutzende Tote bei Razzien nach Anschlag in Pakistan

Der Anschlag auf einen Sufi-Schrein in Pakistan ist der jüngste in einer ganze Serie. Mindestens 80 Menschen kommen ums Leben. Mehrere darauf folgende Razzien gegen Verdächtige eskalieren.

  • Anschlag auf Sufi-Schrein Innenansicht des Sufi-Schreins Lal Shahbaz Qalandar nach dem Sprengstoffanschlag. Foto: Pacific Press/dpa 
Bild   von  
 

Bei Razzien nach einem der schwersten Selbstmordanschläge in der Geschichte Pakistans haben Sicherheitskräfte Dutzende Verdächtige getötet und festgenommen. Die landesweiten Einsätze in der Nacht richteten sich gegen militante Gruppen und Extremisten, wie Sicherheitsbeamte erklärten.

Die Zahl der Opfer bei dem Anschlag auf einen Schrein liberaler Sufi-Muslime am Donnerstag stieg auf mindestens 80 und könnte sich weiter erhöhen. Zu dem Anschlag hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat bekannt.

50 von 248 registrierten Verletzten seien in sehr schlechter Verfassung, sagte der Arzt eines Krankenhauses. Am Donnerstagabend hatten Retter mindestens 19 tote Kinder und zehn tote Frauen gezählt. Bei den Razzien wurde in der Großstadt Karachi im Süden Pakistans auch ein IS-Anführer getötet.

Hunderte Gläubige hatten sich am Donnerstagabend im Lal Shahbaz Qalandar-Schrein in der abgelegenen Stadt Sehwan versammelt, um mit den traditionellen Sufi-Tänzen Allah zu verehren. Der Täter sprengte sich inmitten einer Gruppe von Tänzern und Zuschauern in die Luft. Der Leiter der Anti-Terror-Einheit der Polizei in Sindh, Raja Umer Khatab, sagte in Fernsehinterviews am Freitag, der Täter sei als Frau verkleidet in den Schrein gekommen.

Der Sufi-Zweig des Islam ist den sunnitischen islamistischen Gruppen im Land ein Dorn im Auge. Es gibt in Pakistan regelmäßig Anschläge auf Sufi-Stätten. Zuletzt waren im November bei einem Anschlag auf einen Tempel in Baluchistan mindestens 52 Menschen getötet worden.

Der Sender Geo TV berichtete, dass nun landesweit die öffentlichen Areale und Parkplätze vor Sufi-Schreinen geschlossen worden seien. Es gibt in Pakistan mindestens ein Dutzend großer, hoch verehrter Sufi-Tempel und viele kleinere.

Seit Montag sind in Pakistan mehr als 100 Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen getötet worden. Zu den meisten bekannte sich die Gruppe Jamaat ul-Ahrar. Sie kündigte weitere Anschläge an.

    
    

Diesen Artikel

Kontakt Redaktion     An Bekannten versenden     Druckversion
    
Anzeige
    

Kleinanzeigen aufgeben

Private Kleinanzeigen
Geben Sie jetzt Ihre Anzeige bequem über unser Online-Formular auf. »mehr
    
    

Mediadaten

MediadatenAlle Daten auf einen Blick
Unsere Anzeigen-Preisliste mit Anzeigenschlusszeiten und AGB zum Download. »mehr
    
    

Tickets

MediadatenAktuelle Eintrittskarten
Wir haben für Sie eine große Auswahl an Eintrittskarten für Kultur, Sport und sonstige Veranstaltungen erstellt. »mehr
    
    

Jetzt Fan werden

    
Anzeige